Mittwoch, 12. August 2015

Rezension: Tougard - Seelenseher von Cornelia und Dominic Franke

Quelle: Papierverzierer

Seitenzeihl: 450 Seiten
Genre: Fantasy für Jugendliche
Erscheinungstermin: 2. März 2015
Fazit: Tolle Idee, überwiegend überzeugende Charaktere, jedoch war es manchmal langatmig 


Charlie besitzt die Fähigkeit zu Heilen. Zumindest erzählt man ihm das, als er eines Tages ohne Vorwarnung plötzlich in eine andere Welt gezogen wird. In Tougard soll er nicht nur seine neue Fähigkeit verbessern sondern auch lernen, wie man in der Menschenwelt mit ihr lebt ohne aufzufallen. Was er zuerst für einen sehr abgefahrenen Traum hält, entpuppt sich schnell als anstrengende und nervenaufreibende Wahrheit, denn Charlies Gabe will nicht so wie er will. Trotzdem gewinnt der eher zurückhaltende Junge, der in seiner eigenen Welt kaum Freunde hatte, zusehends an Selbstbewusstsein und findet Gleichgesinnte. Doch ein Mensch fehlt ihm, seine beste Freundin Ann. Das Leben in Tougard fällt ihm ohne sie sehr schwer und er möchte sie unbedingt bei sich haben.
Als er plötzlich von einer Prophezeiung hört, die voraussagt, dass ein Seelenseher seine beste Freundin umbringen wird, weiß er nicht was er tun soll. Wie kann er sie beschützen? Was kann er tun?
Die Lage spitzt sich dramatisch zu, als Schüler aus Tougard verschleppt werden und darunter auch Freunde von Charlie sind. Die Zeit scheint ihm davon zu laufen und er muss schnell einen Weg finden Ann und seine Freunde zu beschützen, denn in Tougard ist plötzlich nichts mehr wie es scheint.

Der Einstieg in „Tougard – Seelenseher“ ist mir wirklich total leicht gefallen. Der Prolog war sehr mystisch, witzig und machte neugierig auf mehr. Ich muss sagen, er ist mein Lieblingskapitel. Die Statuen sind so unglaublich toll. Der Schreibstil war angenehm zu lesen, es wird aus der dritten Person erzählt und nicht nur aus Charlies Sicht. Der Hauptcharakter ist trotzdem Charlie, er ist eher zurückhaltend und kann mit seinen Mitschülern nichts anfangen. Sein Vertrauen wurde in der Vergangenheit missbraucht, deswegen fällt es ihm schwer Freunde zu finden. Ich konnte mich gut in ihn hineinversetzen, er war ein angenehmer Charakter, jedoch konnte ich seine Anhänglichkeit zu Ann ab einem gewissen Grad nicht mehr verstehen. Er ging mir da zu naiv an die Sache und klammerte auch sehr. Das war der einzige Punkt, der mir an Charlie missfiel, ansonsten hab ich gern mit ihm die Welt von Tougard entdeckt. Die anderen Charaktere mochte ich alle überwiegend. Vor allem Avid, von ihm hätte ich gerne noch mehr gelesen. Seine Wandlung faszinierte mich und ich fand sie toll dargestellt. Nur mit Ann hatte ich von Anfang an meine Probleme. Was ich recht schade fand, da sie einer der wichtigen Charaktere ist. Sie ist mir einfach zu egoistisch und denkt eben nur an ihren Vorteil ohne Rücksicht auf Charlie. Ich konnte sie einfach nicht verstehen.
Cornelia und Dominic Franke erschaffen mit Tougard eine neue Welt in der alles möglich scheint. Die Schule und auch alle anderen Orte fand ich sehr gut beschrieben. Ich konnte mir alles gut vorstellen und fühlte mich an Charlies Seite versetzt.
Die Idee fand ich toll, jedoch fand ich einige Dinge schwammig dargestellt und ich hatte das Gefühl, dass nicht alles bis ans Ende durchdacht war. Mir fielen immer wieder kleine Unstimmigkeiten auf, die irgendwie nicht zueinander zu passen schienen. Der plötzliche Stimmungswechsel von Ann war das beste Beispiel. Er hat irgendwie nicht in das Konzept gepasst und kam unerwartet. Am Ende dann gleich noch mal. Das schien mir einfach nicht ganz zu passen und war für mich auch nicht wirklich schlüssig erklärt.
Im Verlauf der Geschichte passiert zwar viel, aber irgendwie fehlte mir trotzdem die Spannung. Das Einzige, was ich wirklich spannend fand, war, wer nun Avid ist und wohin die Menschen verschwinden. Der Rest der Handlung hat sich etwas gezogen und wies einige Längen auf, was ich sehr schade fand, da die Idee wirklich großartig ist.


Fazit: Eine sehr interessante Idee, die durch tolle Charaktere und einen angenehmen Schreibstil unterstützt wird. Jedoch wies die Handlung einige Längen und Unstimmigkeiten auf, die mich das Buch oft zur Seite legen ließen. 

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