Dienstag, 16. Juni 2015

Rezension: Obsidian, Band 1: Schattendunkel von Jennifer L. Armentrout



 

(Quelle: http://openbooksociety.com/wp-content/uploads/2014/01/obsidian_cover_germany.jpg)

Verlag: Carlsen
Seitenzeihl: 400 Seiten
Genre: Jugendroman
Erscheinungstermin: 25. April 2014
Fazit: Rosenrot - Ich liebe liebe lieb liebe liebe lieb es!
Schneeweißchen - ^_^ Big Looooove 

Seit dem Tod ihres Vaters kann sich Katy für nichts mehr wirklich begeistern. Ihre einzigen Hobbys und Trostspender sind das Buchbloggen und die Gartenarbeit. Als ihre Mutter eines Tages verkündet, dass sie umziehen werden, und zwar von dem sonnige Florida in irgendein kleines Kaff nach West Virginia, ist sie mehr als totunglücklich. Aber Katy nimmt es wie es kommt und denkt sich, dass in der neuen Stadt wenigstens niemand über den Tod ihres Vaters Bescheid weiß und die Leute ihr dementsprechend auch nicht ständig mitleidige Blicke zuwerfen. Ihre Mutter macht ihr allerdings einen Strich durch die Rechnung, diese möchte einen Neuanfang, auch für Katy, und zwingt sie sich mit den Nachbarskindern anzufreunden. Genervt und widerwillig schleppt sich Katy auf die Veranda der Blacks und wer ihr da die Türe öffnet kann gar nicht mehr menschlich sein. Daemon Black. Er ist attraktiv, hat ein Wahnsinnslächeln aber auch ein abartig arrogantes Ego, das nur durch seine Überheblichkeit und Arroganz gegenüber anderen übertroffen wird. Mit so einem will sich Katy sicherlich nicht abgeben. Doch schneller als ihr lieb ist lernt sie Dee Black, die Schwester von Daemon, kennen. Sie ist das komplette Gegenteil ihres Bruders. Liebenswert, aufgeschlossen und vor allem hat Katy das Gefühl zum ersten Mal seit dem Tod ihres Vaters wieder ein bisschen glücklich zu sein. Auch, wenn Daemon mit allen Mitteln versucht die Freundschaft der beiden zu zerstören, stehen Dee und Katy für einander ein. Daemon jedoch muss sich eingestehen je mehr Zeit er mit Katy verbringt desto mehr bedeutet sie ihm und desto weniger arschlochmäßig verhält er sich in ihrer Gegenwart. Was umgekehrt genauso ist. Kaum kommen sich die beiden einen Funken näher schon mach Daemon einen Rückzieher. Warum tut er das ständig und warum ist er so bedingungslos davon überzeugt, dass ihre beiden Welten nicht kompatibel sind?

Ich fang am besten gleich mit den wichtigen Dingen an. (Lass mich raten: DAEMON ^_^) 
Daemon… Tja, der ist echt eine Nummer für sich. Ich habe wirklich noch nie von so einer abartig überheblichen männlichen Hauptfigur gelesen. Er ist alles, was ich eigentlich verabscheue, aber ganz ganz selten kommen auch seine guten Seiten zum Vorschein und die sind echt alles andere als machohaft. Er sorgt sich z.B. rührend um seine Schwester, selbst wenn er das mit dem Beschützerinstinkt oft zu ernst nimmt. Er ist absolut loyal zu den Menschen die er liebt und er hat einen unbeugsamen Willen, der schon so einige Schicksalsschläge hingenommen hat ohne daran zu zerbrechen. Lässt Daemon also mal alle Maskeraden fallen ist er ein totaler Traumtyp, der es verdient hat angeschmachtet zu werden. Leider macht er bis zu diesem Punkt eine mehr oder weniger verehrende Wandlung durch, die auch an Katy nicht spurlos vorübergeht. ( Awww, dem kann ich einfach nur so zustimmen. Ich hatte die ganze Zeit total das Grinsen im Gesicht, weil Daemon einfach eine Nummer für sich ist. Man will ihn hassen, kann es aber nicht, weil er dafür doch zu charmant und witzig ist. Und wenn er dann erstmal seine guten Seiten zeigt, muss man ihn einfach lieben. Er hat viele Ecken und Kanten und verstellt sich nicht, außer es muss sein. Das mochte ich am meisten an ihm. Auch wie er sich um seine Familie kümmert ist einfach nur toll. Ein wirklich starker Charakter, der einen nicht so schnell wieder loslässt.)
Und damit komme ich auch schon zu dem weiblichen Part des Buches. Katy. Sie ist eine Einsiedlerin; sie macht gern ihr eigenes Ding und lässt sich wenig von Außenstehenden sagen. Nicht mal ihre Mutter kommt so wirklich an sie ran. Dem Leser ergeht es in dieser Hinsicht nicht anders. Anfangs versucht man ständig herauszufinden, was Katy eigentlich will und wer sie im Grunde ihres Herzens ist. (Das empfand ich nicht so. Ich wurde sofort warm mit Katy, verliebte mich in ihrem Humor, ihre Art und genau dieses einsiedlerische.) Da sie nach dem Tod ihres Vaters eine große Charakterveränderung durchmachte, ist es nur allzu verständlich, dass sie verschlossen, misstrauisch und leicht verletzbar ist. Sie scheint noch in der Schwebe zu verharren. Unsicher was sie mit der alten Katy anstellen soll und wie die neue Katy sich fühlt. Dieser Zwiespalt, den große Veränderungen im Leben manchmal auslösen, wurde phänomenal dargestellt. Ich mochte ihre Eigenheiten und glaube, dass ein perfektes Mädchen nicht so viel Geduld mit Daemon gehabt und so sehr um ihn gekämpft hätte, wie es Katy getan hat. Schlagfertig konnte sie Daemon in die Schranken weisen forderte ihn gleichzeit ständig heraus. Die beiden haben sich gegenseitig geheilt und zu besseren Menschen gemacht. (Da kann ich dir nur zustimmen. Die beiden schienen sich genau zur richtigen Zeit kennengelernt zu haben. Die inneren Konflikte verstand ich gut, weil sie so gut dargestellt waren.)
Katys Liebe zur Gärtnerei war eine abwechslungsreiche Facette an ihr, die ich als liebenswert empfunden habe. So häusliche Hobbys spricht man normalerweise nur Hausfrauen oder alten Mütterchen zu. Aber die Autorin hat diese sehr ruhige und entspannende Arbeit aufgegriffen und mir zumindest schmackhaft gemacht.
So und jetzt mal ernsthaft Leute, was ist denn bitteschön besser als eine buchbloggende Protagonistin?! Genau: Gar nichts! :D (Der Einstieg in das Buch fiel mir nicht schwer, man wird sofort ins Geschehen geworfen und durch Katys Art irgendwie festgehalten, ich konnte so schnell nicht mehr aufhören zu lesen.Ich glaube das lag vor allem an Katys Charakter. Er war so vielschichtig, sie hat so viele verschiedene Seiten an sich, die sie total spannend machen. Gleichzeitig fühlte ich mich aber auch mit ihr verbunden, weil ich mich mit ihr identifizieren konnte. Und wahrscheinlich lag es auch an den Kabbeleien zwischen Katy und Daemon ;) Der Schreibstil ist ziemlich locker und hier im Schwabenland sagt man: sie sagt es wie ihr der Schnabel gewachsen ist. Das fand ich ziemlich gut, weil es so alltagsnah war und es mir dadurch so vorkam, als wären alle meine Freunde und nicht nur die von Katy.) 
Einer der wichtigsten Nebenfiguren ist Dee. Sie ist die kleine Schwester von Daemon und muss folglich mit allen Frechheiten, die sich ein großer Bruder eben rausnimmt, leben. Also meiner Meinung nach ist sie eine gequälte Seele! ;D ihre offene und fröhliche Art bilden einen interessanten Kontrast zu Daemon düsterem Gemüt. Die beiden haben praktisch das gleiche durchgemacht, aber, anders als er, sieht Dee immer noch das Gute in der Welt und versucht positiv und ohne Vorurteile auf andere zuzugehen. Diese Eigenschaft finde ich sehr bewundernswert.
Die Handlung war durchgehend nervenaufreibend, gut durchdacht, authentisch – einer Fantasy-Geschichte entsprechend – und wunderbar romantisch. Trotz des vielen Hin und Hers zwischen Katy und Daemon bleiben die Nebencharaktere nicht auf der Strecke und jeder bekam seine eigene kleine Geschichte mit auf den Weg. Das ist meiner Meinung nach sehr wichtig, da beide Teile des Paares ja ein Leben davor gehabt haben. Der Spannungsbogen ist ungewöhnlich aufgebaut. Es gibt viele kleine Höhepunkte, die an den unerwartesten Stellen auftauchen und dann plötzlich wieder abflauen. So konnte ich bis zum Schluss keine Entscheidung, kein Ereignis und kein Wendung vorhersehen. Was gibt es eigentlich besseres? Zu sagen ich war ans Buchs gefesselt, erscheint mir als Untertreibung. Ich war mit Haut und Haaren gebannt und bin nach der letzten Seite in den Buchladen gerannt, um mir den zweiten Teil zu kaufen. (Heute kann ich dir irgendwie fast nur zustimmen :D Das finde ich besorgniserregend ;) Ich hab vorher noch nie ein Buch gelesen in dem es um diese Art von Wesen geht. Deswegen fand ich es noch spannender zu lesen. Die Autorin baut eine wunderbare Welt innerhalb unserer eigenen auf. Alles erschien mir vollkommen logisch und gut durchdacht, dass ich mich direkt im Geschehen befand. Die Spannung blieb dauerhaft erhalten und hielt mich bei der Stange, wie man so schön sagt.)

Somit komme ich zu meinem Fazit: absolut überragend, spannungsgeladen, authentisch, grandios und brillant! Ich liebe dieses Buch einfach und lege es euch wärmstens ans Herz. Es ist jeden Cent wert!

Fazit: Mit tollen Charakteren, viel Spannung und einer großen Portion Humor, schaffte es Obsidian mich vollkommen zu verzaubern. Der Roman nahm mich gefangen und spuckte mich erst wieder völlig zerkaut und am Ende mit den Nerven aus. Es lohnt sich! Ihr werdet nicht enttäuscht sein :)

Alles Liebe
Eure Schnee und Eure Rose

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