Donnerstag, 4. Juni 2015

Rezension: Gewitterherzen von Felicitas Brandt

Copyright: Carlsen im.press
 
Verlag: Carlsen im.press 
Seitenzahl: 436
Genre: Jugendbuch
Erscheinungstermin: 04. Juni 2015
Fazit: Nicht bummeln, sofort lesen und verlieben <3!



Auf Berlins Straßen, stoßen Eve und Nate eines Nachts aufeinander. Im wahrsten Sinne des Wortes. Nachdem der charmante Nate, die schüchterne Eve aus einer heiklen Situation rettet, nimmt er sie für diese Nacht mit zu sich nachhause. Doch Eve weiß nicht wo sie hin kann. Sie hat kein Zuhause, keine Familie, nur ihren Hund Jephta, der immer an ihrer Seite ist. Kurzerhand bleibt Eve bei Nate. Ihr Zusammenleben gestaltet sich jedoch schwieriger als gedacht, denn beide haben mehr Geheimnise, als ihre Schultern tragen können. Eve lebt sich schnell bei Nate ein, lernt seine band What Ever! kennen, die das einzige zu sein scheint, das ihm etwas bedeutet. Nate jedoch weiß gar nichts über seine neue Mitbewohnerin, Eve will ihm einfach nichts sagen, er dringt nicht zu ihr durch. Jedoch scheint es Eve mit Nate genau so zu gehen.y
Als beide sich endlich füreinander öffnen, holen ihre Geheimnisse sie ein und plötzlich befinden sie sich in einem dunklen Strudel vor dem sie zu fliehen versuchen.

Auf das Buch hab ich mich schon lange gefreut. Der Klappentext klingt super und das Cover ist ja wohl mehr als wunderschööön.
Also rauf auf meinen Reader und los gelesen. Und Schwupps war ich fertig. Es ging so schnell, das war fast schon traurig. Auf einmal war es einfach so vorbei… Gemeinheit! Der Schreibstil von Felicitas Brandt ist genau so flüssig, leicht und atemberaubend wie in ihren anderen Büchern. Sie hat so eine humorvolle Art Dinge zu erzählen, weiß aber auch wann Ernsthaftigkeit angesagt ist und trifft somit immer genau den richtigen Ton für die Situation.
Nach Cover und Klappentext hatte ich jedoch etwas anderes erwartet. Ein eher leichter Sommerroman eben. Doch dem ist nicht so. Diese Geschichte hat mich umgehauen. Durch viele unerwartete Wendungen und Personen die machen was sie wollen bleibt die Erzählung durchgehend spannend und man kann das Buch gar nicht aus den Händen legen.
In Gewitterherzen geht es vor allem um das Leben auf der Straße, das Leben ohne Familie, ganz auf sich gestellt zu sein. Schwierige Themen, die jedoch authentisch und irgendwie leicht und verständlich erzählt werden. Es geht aber auch viel um Musik und wie schön das Leben ist. Die Autorin hat es meiner Meinung nach geschafft genau das perfekte Gleichgewicht zwischen harter Kost und Humor zu finden, sodass es die ganze Zeit über spannend bleibt. In der Mitte des Romans wird das Thema Religion aufgegriffen. Und zuerst dachte ich oh oh, sehr sehr schwieriges Thema. Denn jeder glaubt etwas anderes, es kann schnell zu viel werden und bekehrt werden will ich auch nicht. Felicitas Brandt hat es aber geschafft, das Thema einfach locker und flockig nebenher in die Geschichte einfliesen zu lassen. Zu keiner Zeit hab ich mich davon gestört gefühlt, es ist wirklich gut gemacht und verleiht der Geschichte sogar noch mehr Komplexität und vor allem Authentizität.
Die Geschichte wird aus zwei Sichten erzählt. Während Eve ihre Geschichte aus der Ich-Perspektive erzählt, schildert die Autorin Nates Sicht aus der dritten Person. Das hat mir gut gefallen, weil ich so viel mehr von den Beiden erfahren habe, jedoch nie verwirrt war, wer den gerade spricht und um wen es geht. Zu Eve konnte ich dadurch ein engeres Verhältnis aufbauen, auch wenn sie mir am Anfang unnahbar vorkam, hab ich sie sehr schnell ins Herz geschlossen. Manche ihrer Entscheidungen konnte ich nicht nachvollziehen, je mehr ich jedoch in die Geschichte kam, desto mehr hat auch Eve sich mir eröffnet und plötzlich verstand ich alles. Eve braucht einfach ein bisschen Zeit, doch hat sie sich dann erst einmal dem Leser geöffnet, kann man gar nicht anders als sie zu lieben.
Ähnlich geht es einem mit dem charmanten Musiker Nate. Er ist einfach der BadBoy den man mögen muss. Er hilf Eve ohne sie zu kennen, nimmt sie bei sich auf und kümmert sich um sie. Allein dafür musste ich ihn einfach lieben. Zuerst dachte ich jedoch oh nein, nicht schon wieder ein Bad Boy, doch mit der Zeit kommt der ganze Komplexe Charakter zum Vorschein.
Auch die Nebencharaktere sind toll gezeichnet und ausgearbeitet. Jeder hat seine eigene Geschichte und fügt sich in das Puzzle. Alle Teile zusammen ergeben ein wunderschönes Bild aus dem ich am liebsten gar nicht mehr auftauchen wollte.
Aber der alllerallllertollste Charakter ist Jephta! Eves riesengroßer wundervoller Hund. Wenn ich könnte würde ich ihn heiraten, ernsthaft! Er ist immer da, weiß immer was sie braucht und beschützt seine Herrin einfach nur. Jephta hat für mich ein Stück Herzlichkeit in die Geschichte gebracht und sie damit abgerundet.


Fazit: Alles in allem ist „Gewitterherzen“ ein wundervolles Sommerbuch, das ich nur empfehlen kann. Mit den tollen, vielschichtigen Charakteren, der komplexen Handlung und dem flüssigen, humorvollen Schreibstil ist es der Autorin gelungen ein ernstes Thema sehr gut und vor allem authentisch darzustellen. Ich konnte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen und leider war es viel zu schnell zu ende. Lesen, lesen, lesen!!!

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