Dienstag, 9. September 2014

Rezension von Blood of Love von Marie-Luis Rönisch


(Quelle: http://4.bp.blogspot.com/-7kdeXXizRl8/UQJvk8LVGiI/AAAAAAAABJA/zE-LyVcgJ1s/s1600/BloodofLOveCover1.jpg)


Die 15 jährige Faye Stuart musste den brutalen Mord ihrer Mutter miterleben. Seit dem ist sie einem Geheimnis auf der Spur, dass ihr Vater um jeden Preis vor ihr zu verstecken versucht. Eines Tages kommt sie dem Geheimnis zu nahe und ihr Vater stellt sie vor eine Wahl, die ihr ganzes Leben verändern soll. Faye stellt sich gegen ihren Vater. Voller Wut verkauft dieser sie an seinen Geschäftspartner. Aber Sain ist ein Vampir, eins dieser schrecklichen Monster, dass auch ihre Mutter getötet hat. Von nun an, beginnt sich das Leben des Mädchens nur noch um Blut, Rache und Schmerz zu drehen. Nachdem ihr Cousin ihr zur Flucht verholfen hat, schien endlich wieder Licht in ihr Leben zu treten und sie lernte einen neuen Freund kennen. Mick Velkan, ein Vampirjäger. Faye findet bei ihm Schutz, doch ihr Vater uns Sain geben sich nicht so leicht geschlagen. Und auch Mick scheint Geheimnisse zu haben. Die 15-jährige weiß nicht mehr wem sie vertrauen kann und wem nicht und ehe sie sich versieht, landet sie in einem Strudel aus blutrünstigen Vampiren, Liebe, Freundschaft und Gesetzen die sich nicht kennt, geschweige denn versteht. Ihre erste Sorge gilt aber immer noch Shane, ihrem Cousin. Wird sie ihn aus den Fängen ihres Vaters befreien können? Eine Schlacht steht unmittelbar bevor.

Vampire die weder im Sonnenlicht glitzerten, noch zum schmusen da sind? Davon wollte ich lesen. Leider kam ich nicht ganz so gut ins Buch rein und musste mich erst, an den Schreibstil gewöhnen. (Ging mir ganz genauso. Durch die ersten 100 Seiten musste ich mich wirklich durchkämpfen, aber als die gemeistert waren, und Faye nicht mehr nur das verbitterte Töchterchen war, bin ich mit ihr und der Geschichte warm geworden.) Nach einigen Seiten verlor der Schreibstils eine das Holprige, dass mir zu Beginn etwas zu schaffen machte und konnte im Buch versinken. (Ich kam bis fast zum Schluss mit dem Schreibstil gar nicht klar, was wirklich schade ist. Denn die gute Grundgeschichte wurde zu schnell und unausgereift abgehandelt. Das hat seine Ursprünge bestimmt auch im Schreibstil, der zwar flüssig leserlich war, aber fast nichts an Tiefe vermitteln konnte. Ich fühlte mich oft durch die Geschehnisse gehetzt. Erst dem Ende hin hat sich das ein kleines bisschen gelegt. Zudem waren mir teilweise die Szenen zu melodramatisch gehalten und die Dialoge wirkten gestellt.) Die Geschichte fing absurd an und wurde dann noch absurder. Das gefiel mir irgendwie. Die Welt der Vampire ist eben nicht unsere Welt und das zeigt Marie-Luis Rönisch mehr als deutlich in ihrem Buch. (Die klare Trennung von der phantastischen Welt zur Menschenwelt fand ich auch sehr gut. So hat sich die Autorin intensiv auf einen Teil ihrer Welt fokussieren können. Mit dem Absurden hab ich da eher meine Probleme gehabt. Ich wusste nicht so genau, ob es Absicht war, also satirisch gemeint, oder ein unerwünschter Nebeneffekt der raschen Handlung, dass alles immer verrückter und verrückter wurde. Die viele irritierenden Personen, die alle vierzig Seiten aus dem Boden schießen wie die Fliegen haben da für noch mehr Verwirrung gesorgt) Man stürzt sofort ins Geschehen und ich war am Anfang etwas verwirrt, fand aber schnell den Anschluss und Faye war ein recht angenehmer Charakter. Mit ihren 15 Jahren hat sie eine kindliche Naivität die erfrischend war zu lesen. Ihre Sturheit verdient einen Orden. Sie reagiert immer genau anders, als man es erwartete. Das war manchmal zwar schwer zu verstehen, passt aber gut zu ihrem Charakter. (Faye hat mir genauso gut gefallen, wie Schnee. Ihre Eigensinnigkeit und unerschütterliche Loyalität haben mich beeindruckt. VORSICHT SPOILER!!! :Vor allem aber bekommt man viele verschiedene Eigenschaften von Faye zu sehen, weil es in der Mitte des Buches einen Zeitsprung gibt.) Auch Mick gefiel mir gut. Er stellt für mich den Ruhepol zu den Vampiren dar, was irgendwie seltsam war. Seine Lebensgeschichte war wirklich traurig zu lesen, aber so konnte ich mich besser in ihn hineinversetzen und verstand die Verbindung zwischen ihm und Faye. Anfangs schien mir diese Verbundenheit nämlich sehr komisch zu sein und ich vermutete einen Zauber oder ähnliches dahinter. Die Autorin schaffte es aber dieses Geheimnis sehr logisch aufzuklären und meinen kritischen Verstand zu befriedigen. (Mick war einer meiner Lieblinge. Er ist extrem interessant und seine Handlungen sind absolut nachzuvollziehen. Naja, nachdem man erfährt, wie seine Hintergrundgeschichte aussieht. ;) Aber am besten fand ich an ihm, dass er sich wie ein jahrhunderte alter Vampir benahm und sich nicht gleich auf das 15-jähirge Mädchen stürzte. Denn man ehrlich, das wäre doch ein bisschen widerwärtig gewesen. So ist das zwischen Faye und ihm zu Beginn des Buches eher eine Freundschaft oder Bruder-Schwester-Bezieheung, was eine nette Abwechslung zu anderen Vampirbüchern ist. Außerdem hat es mir gut gefallen, dass er seine menschliche Seite zwar durch Faye, als eine Art Auslöser, wiederentdeckte, aber diese Wandlung eindeutig aus eigenem Antrieb heraus geschah.) Ich fand es total gut, dass die Perspektive gewechselt wurde und man einen Teil des Buches durch Micks Sicht erfahren konnte. Ich würde mir das jedoch häufiger wünschen, da es die Stimmung sehr aufgelockert hat und das ganze dadurch noch spannender war. (Definitiv! Da stimme ich voll und ganz zu.)
Auch alle Nebencharaktere waren total super. Vor allem Micks Freunde fand ich toll. Leider erfährt man meiner Meinung nach viel zu wenig über die Charaktere selber. (Über Micks Freunde – Karl und ich hab seinen Namen vergessen, ein Kerl mit deutschen Namen auf jeden Fall - hätte ich auch gern mehr erfahren. Ins besondere Karl hat es mir angetan. Aber alle beide waren immer genau richtig in der Geschichte platziert und haben nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig Raum eingenommen. Nur in ein paar Sequenzen waren einige Bemerkungen von beiden unpassend oder einfach nur grausam. Das büßte sie ein paar Sympathie-Punkte ein. Andere Nebencharaktere hingegen waren mir zu distanziert. Bullwy (der König der Vampire) beispielsweise trifft ein paar sehr interessante Entscheidungen, die leider nie begründet werden. So ist er ein durchgehendes Mysterium, von dem ich gern mehr gelesen hätte. Dem gegenüber konnte ich Figuren, wie Lina, gar nicht einschätzen. Mal ist sie nett, mal wieder grausam. Entscheide dich Mädel! Klar war das aufregend, weil sie dadurch unberechenbar wurde, aber wenn alle Charaktere so schwammig sind ist man irgendwann nur noch frustriert anstatt fasziniert. Ich hätte mir also mehr Klarheit in manchen Dingen gewünscht.) Man ist dabei, in der Situation in der sie handeln, doch für mich waren sie nicht richtig greifbar, denn sobald sie aus dem Geschehen verschwanden, waren sie auch in meinem Verstand verblasst. Ich denke, dass lag zum größten Teil daran, dass man eben sehr wenig über sieh erfährt. Das hat mir bei fast allen Nebencharakteren gefehlt. Da ist noch viel Luft nach oben.
Die Welt der Vampire wird wirklich eindrucksvoll und gewaltsam geschildert. Man wird als Leser genau so hinein geschmissen wie Faye. Aber auch hier fehlten mir ab und an die Informationen. (Genau! Wie oben schon erwähnt, kam ich mir durch die Geschichte gehetzt vor. Allerdings waren die kleinen aber feinen Zeichnungen von einzeln ausgewählten Charakteren eine schöne Idee, die mal hier mal dort im Buch zu finden sind.) Generell wurde sowieso eher gehandelt als groß darüber geredet. Das ganze Buch ist durchzogen von sehr viel Handlung, sehr viel Spannung und lauter Höhepunkten. Dabei kamen aber die Erklärungen etwas zu kurz und man musste sich sehr viel zusammen reimen. Ich setze gerne meine eigene Fantasie ein, jedoch hätten einige sinnvoll platzierte Denkanstöße nicht geschadet. Alles in allem blieb es die ganze Zeit über spannend und ich blieb durch die Hauptcharaktere bezirzt am Ball. (Hier haben mich auch Mick und Faye weiter dranbleiben lassen. Aber ich möchte noch etwas zur Handlung allgemein loswerden: Der Verlauf der Geschichte ist ganz und gar ungewöhnlich. Die Handlung baut an Spannung bis fast genau zur Hälfte des Buches extrem auf und dann kommt es nach einem großen Höhepunkt zum Schnitt. Daraufhin vergehen sieben Jahre. So was hab ich wirklich noch nie erlebt. Mitten in der Geschichte kommt es plötzlich zu einer radikalen Wendung und anschließend setzt das Geschehen mit einer ganz anderen Ausgangsituation wieder ein. Mit den gleichen Personen, aber doch verändert. Als wären es zwei verschiedene Bücher und das auch noch aus verschiedenen Genres. Denn die 22-jährige Faye ist ein anderes Kaliber als die 15-jährige – logisch! Klug durchdacht, finde ich. So können sowohl junge Erwachsene, als auch Teenager was mit diesem Buch anfangen.)
Gegen Ende ging mir dann leider alles etwas zu schnell wobei mir das Ende an sich gut gefallen hat, vor allem, dass alles in einem Kreis geendet ist und die Ereignisse mit denen das Buch gestartet war wieder aufgegriffen und geklärt wurden fand ich wirklich super. (Jopp.)

Fazit: Alles in allem ein gelungener Auftakt. Der Anfang könnte etwas flüssiger gestaltet sein und etwas mehr Informationen zu den einzelnen Charakteren würden auch nicht schaden. Vor allem die Nebencharaktere könnte man noch um einiges ausbauen. Von mir bekommt Blood of Love Band 1 daher 3 von 5 Schneeflocken. Ein Buch, dass die Welt der Vampire alles andere als durch eine rosa Brille darstellt.

Fazit: Auch ich vergebe 3 von 5 Rosen. Eine gelungene Grundstory und schön ausgebaute Details sind zwar eine gute Basis, aber mir fehlten die vielen kleinen wichtigen Details, die den Leser förmlich an das Buch fesseln. Abzug gabs von mir wegen der unausgereiften Charaktere – die Protagonisten ausgenommen – und der überstürzten Handlung, der es an Erklärungen mangelte. Da lässt sich auf jeden Fall noch mehr rausholen! 




Alles Liebe
Euer Schneeweißchen und Eure Rose

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