Mittwoch, 6. August 2014

Filmbesprechung zu Maleficent

(Quelle: http://voices.suntimes.com/wp-content/uploads/2014/06/maleficent-wings.jpg)

Maleficent lebte seit sie denken konnte als Waise in den Sümpfen, fernab von den Menschen. Ihre Freunde und ihre Welt war der Wald und die Feen. Doch eines Tages verirrte sich ein Mensch in ihre Heimat und stahl einen Stein. Wutentbrannt stellte sie den Dieb und stellte fest, dass es sich um einen Jungen, namens Stephan, handelte. Einen Menschen. Zu Anfang noch abgeschreckt von der fremden Kreatur öffnete sie ihm nach und nach ihr Herz. Gemeinsam verbrachten sie ihre Kindheit miteinander und als beide älter wurden, kam es wie es schon oft gekommen ist. Aus Freundschaft wurde mehr. Mit der festen Überzeugung die wahre Liebe gefunden zu haben schenkte sie Stephan nicht nur ihren ersten Kuss sondern zudem ihr Vertrauen. Doch der König aus dem angrenzenden Menschenreich fürchtete die stetig wachsende Macht von Maleficent und führte sein Volk in den Krieg. Maleficent aber verteidigte ihr Reich mit all ihrer Magie und gewann. Geschlagen und gedemütigt kehrte der König in sein Schloss zurück. Stephan der während der Schlacht zwischen seiner Loyalität dem König gegenüber und der Liebe zu Maleficent hin und her gerissen war, entschloss sich zu einem folgeschweren Verrat. Er brachte die ahnungslose Maleficent in eine Lage der völligen Wehrlosigkeit und raubte ihr im Schlaf die Flügel. Verwirrt und orientierungslos erwacht sie am nächsten Morgen und erkennt die Ausmaße seines Vertrauensbruchs. Stephan wurde zur gleichen Zeit zum König gekrönt, da der alte Regent starb und ihm zum Dank zu seinem Erben machte. Angetrieben von unbändigem Hass sah Maleficent eines Tages ihre Chance gekommen Rache zu nehmen. Die Königin gebar eine Kind, Aurora, das seine Eltern über die Maßen liebten. Doch durch einen Fluch von Maleficent war diese dazu verdammt kurz vor ihrem sechszehnten Geburtstag in einen todesähnlichen Schlaf zu fallen und nie wieder daraus zu erwachen. Bis sie den Kuss der wahren Liebe erfahren würde.

Maleficent, gespielt von Angelina Jolie, ist eine meisterhafte Figur, die dermaßen vielschichtig ist, das man in jeder neuen Sequenz mehr Eigenschaften an ihr entdeckt. Eigentlich kann ich Angelina Jolie überhaupt nicht leiden, aber in diesem Fall mache ich eine Ausnahme. Die Umsetzung von Maleficents Charakter war von ihr so überzeugend dargestellt, dass ich sprachlos aus dem Kino gegangen bin. Vor allem aber gefiel mir sehr gut, dass sie die Übergänge von dem kleinen unschuldigen Feenkind zu der heranwachsenden und später verbitterten und von Hass zerfressenen Schicksalsweberin authentisch geschafft hat. Gleichzeitig sah man ununterbrochen, dass Maleficent nicht wirklich böse war, sondern lediglich in ihrem Vertrauen in die Menschen gebrochen. Dabei hat sie selbst viel mehr Menschlichkeit und Güte in sich, als alle anderen Figuren in diesem Film.
Stephan, der Maleficents Erzfeind wird, ist in seinen jungen Jahren ein wunderbarer Junge und verdirbt seinen Charakter erst selbst, durch den furchtbaren Verrat an seiner alten Liebe. Das lässt ihn schließlich wahnsinnig und schizophren werden. So zeigt der Film also sehr gut, dass kein Mensch von Grund auf schlecht geboren wird, sondern erst durch seine Taten und/oder die Umstände seine Lebens dazu gemacht wird. So viele Grauschattierungen hätte ich einem „Kinderfilm“ gar nicht zugetraut.
Die Jungschauspielerin Elle Fanning, die die Tochter des Königs gibt, war mir vom Auftreten her etwas zu platt. Sie hatte ständig ein strahlendes Lächeln im Gesicht, das einen manchmal nur die Augen verdrehen ließ und kombiniert mit einer zuckerwatteähnlichen Naivität hätte ich sie am liebsten an den Haaren aus dem Bild gezerrt. In Verbindung mit Maleficent war das natürlich ein gelungener Kontrast, aber in manchen Momenten hatte ich das Gefühl ihre ganze Art wäre zu aufgesetzt. Ob das an dieser Stelle am Drehbuch, dem Regisseur oder der Schauspielerin lag, kann ich nicht beurteilen.
Eine willkommene Überraschung hingegen war Diaval, ein Rabe, der von Maleficent aus den Klauen von brutalen Wilderern gerettet wird. Sie verleiht ihm die Gabe sich zu wandeln, bzw. wandelt ihn mit ihrer Magie. Meistens taucht er als Mensch in der Handlung auf, wechselt aber auch in andere Gestalten, um z.B. eine brenzlige Lage zu retten. Maleficent ernennt ihn zu ihren „neuen Flügeln“. Ihn konnte ich anfangs nur schwer einschätzen und als ich mir ein Bild von ihm machte, war es ein gänzlich falsches. Das war extrem aufregend, denn im Gegensatz zu dem klassischen Märchen Dornröschen, von dem der Film eine Adaption ist, war in diesem Szenario alles möglich. Teilweise hab ich bei Kämpfen sogar mitgezittert, weil ich mir nicht sicher war, ob Maleficent, Diaval oder Aurora überleben würden. Grandios!
Der Kuss der wahren Liebe war ein wahrer Augenöffner. So offensichtlich, im Nachhinein. Bis zu einem gewissen Punkt aber habe ich mit so einer Wendung nicht gerechnet. Wer also einen romantischen Liebesfilm erwartet ist mit diesem Streifen an der falschen Adresse. Es war mehr Drama und Fantasyspektakel als alles andere. Damit komme ich auch zu den Kulissen und Kostümen. Mein Gott! Seit Herr der Ringe und Avatar hab ich nicht mehr eine so bis ins Detail brilliante Welt gesehen. Jede Pflanze und jedes Tier erschien mir mit so viel Liebe und Phantasie zum Leben erweckt worden zu sein, dass ich mir manche Sequenzen Stunden anschauen wollte. Einfach, weil sie so schön waren.
Das Ende ist toll. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.  
Dornröschen ist ab heute für mich gestorben. Die neue Version ist tausendmal besser!

Ich vergebe 5 von 5 Rosen. Auch wenn ich ein bisschen über die Besetzung von Aurora gemeckert habe, hat das dem Film keinen Abbruch getan. Er ist großartig und für jedermann jedweden Alters geeignet. Wunderschöne Effekte, überragende Kostüme, eine Handlung mit überraschender Wendung und einem Ende das jeder lieben wird.



Alles Liebe
Rose

1 Kommentar:

  1. Den Film habe ich leider noch nicht gesehen, aber er steht auf meiner Wunschliste.

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