Sonntag, 1. Juni 2014

Sonntagsschmankerl: Fernweh





Ich atme die kühle Sommernachtluft tief in meine Lungen ein.
Am liebsten würde ich jetzt gerne Tanzen. Tanzen, bis meine Füße wund sind und meine Beine vor lauter Erschöpfung einknicken.
Die Musik wäre das Peitschen des Windes, der die Bäume zum Sprechen bringt, das Zirpen der Grillen auf den Wiesen, untersetzt mit dem Basston des Grollens in der Ferne eines herannahenden Gewitters, und die Blitze würden mich währenddessen erleuchten. Dabei würde mir der prasselnde Regen nichts ausmachen, denn ich wäre hier, wäre glücklich.
Doch in Wirklichkeit sitze ich nur auf meinem Fensterbrett und schaue auf die Skyline hinter dem Hudson. Die meterhohen Gebäude erstrecken sich vor meinem Auge. Sie sind allumfassend.
Ich liebe meine Stadt. Seit meiner Geburt habe ich nie etwas anderes gesehen, als das was diese Insel eingrenzt. Mein Horizont reicht von der South über Harlem bis zur Brooklyn Bridge, das ist meine Welt. Mit großer Wahrscheinlichkeit werde ich mein ganzes Leben hier verbringen und hier sterben.
Und eigentlich, habe ich keine Ahnung wie es weitergehen soll.

Einen schönen Sonntag,
Eure Rosenrot

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