Mittwoch, 7. Mai 2014

Die verborgenen Insignien des Pan Band 3 von Sandra Regnier

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(Copyright:Carlsen Impress)


Band 2 endete mit einem richtig fiesen Cliffhanger. Ciaran ist ein Drachenkind und der gute Lee ist wieder back in town. Doch damit ist längst nicht alles geklärt. Was ist Felicity wirklich? Was hat es mit der Prophezeiung auf sich? – Wird sie den Drachen oder den Elfen zum Sieg über den erbitterten Feind verhelfen. Gefangen zwischen den Händen der Mächtigen, geht aber ihr normaler Schulalltag weiter. Liebe, Freundschaft und jede Menge Zeitsprünge. Wie soll man das denn der Mathelehrerin erklären? So entscheidet sich Felictiy nicht zum Spielball des Buches der Prophezeiung machen zu lassen, sondern trifft ihre eigene Entscheidung. Ob sie richtig gehandelt hat oder nicht, wird sich in der finalen Schlacht auf Avalon zeigen. Denn der Krieg zwischen den Drachen und den Elfen bricht los. Und er fordert Opfer.

Durch den unglaublich spannenden Cliffhanger am Ende des zweiten Bandes, konnte ich es kaum erwarten weiterzulesen. Und der abschließende Teil der Trilogie hat mich zu Beginn darin auch nicht enttäuscht. Nahtlos geht die Situation in den ersten paar Seiten weiter. An den sprunghaften und teilweise zu simpel abhandelten Schreibstil habe ich mich nach drei Bänden endlich gewöhnt. Besser ist er leider nicht geworden und wirklich von sich überzeugen konnte er ebenfalls nicht, aber dafür stand für mich die Handlung mehr im Fokus. Diese ist in diesen Teil wesentlich fester verankert, da die Rahmenbedingungen für die großen Ereignisse in den vorangegangen Büchern schon gelegt wurden und jetzt Nägeln mit Köpfen gemacht werden. (Wie so oft sind wir da geteilter Meinung :) Ich muss zugeben, dass die Wortwahl oft recht simpel ist, doch irgendwie passt es für mich gut zu dem Buch und machte die Art der Protagonistin nur noch deutlicher und für mich besser greifbar. Außerdem fand ich den Schreibstil wirklich leicht und angenehm wie auch schon in den ersten beiden Bänden, daran hat sich nichts geändert. Ich war wieder sofort bei der Autorin und auch bei der Protagonistin und konnte ihr gut durch die Handlung folgen, was wahrscheinlich zum größten Teil am Schreibstil lag.)
Ein paar Handlungsstränge haben mich dabei extrem überrascht und mich total gefesselt. Aber andere wiederum wurden erneut zu banal abgehandelt. Dabei hatte vor allem die wichtige Abschlussszene, in der großen Schlacht so viel gutes Potenzial. Aber auch hier wurde fast nichts davon ausgeschöpft. Und nachdem alles vorbei war, tat man im Epilog als wäre nichts gewesen. Überzeugend geht anders. (Da bin ich anderer Meinung. Die meisten Szenen fand ich wirklich gut gelungen und auch die Abschlussszene hat mir gefallen, vor allem weil einige Wendungen eingetreten sind die ich so nicht erwartete hatte und dann völlig fertig war. Andere Dinge hingegen waren zu glatt, da hat die Hintergrundgeschichte gefehlt, da gebe ich Rose recht. Etwas mehr Tiefe hätte nicht schaden können, vor allem, weil es die Szene war auf die ich als Leser am meisten hin gefiebert habe, das fand ich etwas schade.)
Die Protagonistin wächst im Laufe der Geschichte immer mehr über sich hinaus und ich fand sie teilweise sogar symphatisch. Doch an vielen Stellen verhält sie sich merkwürdig und akzeptiert einfach mal so lebensverändernde Umstände. Erklärungen gibt es dafür keine. (Hier kann ich nicht ganz zustimmen. Ich mochte Fay wirklich. Ihr Charakter hat sich stetig weiterentwickelt von Band eins bis jetzt und wurde mir immer sympathischer. Für mich verhält sie sich einfach Situationsgerecht. Ihr leben gerät total aus den Fugen, ich glaub ich würde da auch erst mal völlig seltsam reagieren, weil ich alles für einen Traum oder einen Schwindel halten würde. Fand ich super dargestellt und konnte ich mich voll gut hineinversetzen.)
Ihre große Liebe Lee war eine meiner Lieblingscharaktere. Auch er macht eine Wandlung durch, verliert aber nie seine Authentizität. Allerdings bekommt die Beziehung zu Felicity, durch eine unerwartete Wendung, einen bitteren Beigeschmack, der das Lesevergnügen ein bisschen nimmt. Zumindest für das Genre. (Stimme ich voll zu. Das war dann doch irgendwie zu viel des Guten und hätte auch für mich nicht sein müssen. Es hätte mir besser gefallen wenn die Liebe zwischen den Beiden rein geblieben wäre, daran hätte man sich dann immerhin die ganze Handlung durch festhalten können, doch so erzitterte einfach die ganze Welt. Daran sieht man, dass zu viele Handlungsstränge einfach nicht gut sind. Etwas Beständigkeit hätte dem Buch durchaus gute getan und mich glaube ich auch mehr gefesselt.)
Ciaran, die gute Seele, enthüllt endlich seine wahren Absichten und die sind ehrenhafter als die aller anderen. Ihm ist jeder einzelne Stern im Fazit zu verdanken.
Auch andere Mysterien bekommen schließlich eine Erklärung. Doch auch hier kann ich fast kein gutes Haar an den aberwitzigen Begründungen lassen. In vielen Abschnitten konnte ich einfach nur noch den Kopf schütteln. Was wirklich eine Schande ist, da die meisten spannungsreicheren Szenen gut zu lesen waren. Nur eben machen die noch lange keine gute Geschichte.
Die Drachen sind beispielsweise einfach zu schlicht abgehandelt und bekommen kaum Kontur, da die Drachencharaktere so gut wie keine Stimme haben. Felicity spricht mit einigen von ihnen, aber wirklich einen Ahnung von den gesellschaftlichen Strukturen, deren Prophezeiung oder die Art und Weise ihres Überlebens in den letzten Jahrhunderten unter der Herrschaft des Oberen, bekommt man nicht. Am Ende sind einfach viel zu viele Fragen offen, die keinen guten Abschluss darstellen. (Da ich kein Drachenfan bin, fand ichs nicht ganz so schlimm, dass die Drachen nicht wirklich zu Wort gekommen sind. Aber man musste sich wirklich viel dazu denken. Die eigene Fantasie war stark gefordert und einige Fragen konnte man nicht wirklich beantworten. Etwas mehr erklärungen hätten durchaus nicht geschadet.)
Über die Kulissen hingegen kann ich nicht klagen. Die waren außergewöhnlich gut. Vor allem die Schule auf Avalon, in der alle Halbelfen ausgebildet werden, ist großartig beschrieben. Ich konnte die Apfelhaine im Garten beinahe riechen. ACHTUNG SPOILER!!!! Felicity gelangt durch einen unverhofften und verirrten Zeitsprung nach Avalon und wurde dort anscheinend bereits erwartet. Denn sie soll von nun an dort leben und ganz nebenbei eine zwanzigjährige Ausbildung absolvieren. Dass ihr das nicht passt ist wohl klar, doch die Zeit, die sie dort verbringt, ist vom schriftstellerischen Können her sehr schön geschrieben. SPOILER ENDE!!!

Fazit: Der finale Teil der Trilogie, um Felicity und die Prophezeiung der Elfen, erhält von mir magere 2 von 5 Rosen. Ich glaube oben habe ich ausführlich genug erklärt, warum ich so abgrundtief enttäuscht von diesem Buch war. Es macht einem zu Anfang Hoffnung, dass es besser als Teil 2 werden würde, aber einhalten kann es dieses Versprechen nicht. Viele Logikfehler, viel zu viele offene Fragen und der kontinuierlich schlechte Schreibstil ergaben eine Mischung der Langeweile und Frustration. Ciaran konnte da auch nicht mehr viel rausreißen. Aber ihm widme ich diese zwei Rosen.

Fazit: Band drei schneidet für mich besser ab als der zweite. Was wahrscheinlich zum größten Teil Lee zu verdanken ist, der für mich einfach der beste Charakter der Geschichte ist. Der Schreibstil bleibt so locker und flockig wie auch schon in den anderen beiden Büchern und kann ich nur empfehlen. Die Kulissen sind toll geschildert und die Handlung bleibt spannend. Einige Szenen sind jedoch zu platt gehalten und hätten etwas mehr Tiefe vertragen, daher von mir 4 von 5 Schneeflocken. 


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Wundervolle sonnige Grüße
Rosenrot und Schneeweißchen

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