Dienstag, 18. März 2014

Film: Saving Mr. Banks


Wie der Titel schon vermuten lässt, geht es in diesem Film um die allseits bekannte und geliebte Geschichte: Mary Poppins. Diese ist ein verzaubertes Kindermädchen, das eines Tages bei der Familie Banks auf der Fußmatte steht, um den dortigen Haussegen wieder ins Reine zu bringen. Die Kinder vernachlässigt, der Vater überfordert mit der Kindererziehung und versunken in seinem Job als Bankier und die Mutter mit ihrem Kampf für die Suffragetten beschäftigt, schaltet sich Mary Poppins ein, den beiden Jane und Michael Banks wieder ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern und den Eltern zu zeigen, wie sie ihre Kindern kennen und lieben lernen. Der US-amerikanische Fantasy-Musicalfilm basiert auf dem gleichgenannten Buch, geschrieben von P. L. Travers.
Und genau um diese – ich gebraucht mal das Adjektiv - exzentrische Frau geht es. Nämlich um ihre Geschichte. Die Banks haben wirklich existiert und auch Mary Poppins, wenn auch auf weniger magische Weise. Die Kindheit von Pamela Travers (ihr richtiger Name lautet Helen Garth) war keine einfache. Ihr Vater war ein unverbesserlicher Träumer, der seine Phantasie vor allem mit zu viel Alkohol zu beflügeln pflegte und ihre Mutter kam nicht gegen ihren Ehemann an. Alleine mit drei Kindern und dem Haushalt, war sie kurz vor dem Zusammenbruch.
Was tat also Pamela im reiferen Alter, um ihre Vergangenheit Herr zu werden? Sie schrieb ein Buch, indem ihre Geschichte ein gutes Ende nahm.
Nach dem großen Erfolg ihres Romans wurde auch der bekannte Walt Disney – Begründer der Disney-Filme – auf ihr Buch aufmerksam, denn als seine Kinder noch klein waren, las er ihnen immer aus diesem Buch vor und schwor sich, eines Tages die Verfilmungsrechte für seine Firma zu bekommen.
Nach zehn Jahren des Bitten und Bettelns schaffte er es Pamela dazu zu bewegen, für einige Tage nach Hollywood zu fliegen, um zusammen mit einem Drehbuchautor und zwei Komponisten eine Ausarbeitung zu erstellen, die allem Parteien zusagt. Denn die große P.L. Travers hat sehr genaue Vorstellungen wie eine Verfilmung ihres Buches auszusehen hat und um diese umzusetzen geht sie keine Kompromisse ein. Aber die Filmrechte sind noch nicht übergeben, und so entbrennt eine heftiger Kampf zwischen Mr.Disney und Mrs. Travers.

Wahrscheinlich fast jedes Kind auf dieser Welt kennt die Geschichte um Mary Poppins und die Banks aus dem Londoner Kirschbaumweg 17. Doch die Geschichte hinter dem Buch ist so gut wie niemanden bekannt. Und deswegen hatte auch ich anfangs keine Ahnung, was genau in diesem Film auf mich zukommen würde.
Eine Schande, dass so wenig über eine so große Autorin öffentlich ist, denn der Film ist absolut grandios. Eine mehr als authentische Emma Thompson mimt an der Seite des großartigen Tom Hanks eine überzeugende P.L. Travers. Von der Gestik über die Mimik bis zum Tonfall spiegelt sie das Wesen der echten Autorin bravurös wider. Die doch sehr eigenwillige Mrs. Travers ist leicht reizbar, sehr englisch und duldet kein ausschweifendes Benehmen – unter diese Kategorie fallen auch Dinge wie strahlendes Lächeln, zu viele Süßigkeiten zu sich zu nehmen und ein offener Charakter.
Aber auch die Wandlung gelingt der Hautdarstellerin ausgezeichnet. Stück für Stück erwärmt sich die gute Mrs. Travers für die amerikanischen Sitten, wenn auch sehr widerwillig, und erkennt, dass am Ende jeder seine eigene Mary Poppins hat und braucht.
Wer hätte auch gedacht, dass aus einer Auseinandersetzung um Filmrechte ein warmherziger Hollywoodstreifen zu machen ist. Aber ich wurde eines besseren belehrt, denn wenn Mrs. Travers und Walt Disney mit ihren absolut gegensätzlichen Temperamenten und Lebenseinstellungen aufeinander treffen, ist das oft sehr witzig. Jedoch bringt die Geschichte auch Tiefgang mit sich. Die raffiniert gesetzten Rückblenden aus dem Leben der Schriftstellerin offenbaren dem Zuschauer Stück für Stück die Hintergründe der Lebensgeschichte.
Man identifiziert sich mit Pamela Travers und versteht warum sie der Mensch geworden ist, der sie ist. Plötzlich ist sie nicht mehr die anstrengende Despotin, die versucht jeden vor den Kopf zu stoßen, sondern eine Frau, die in jungen Jahren viel durchmachen musste und das mit Hilfe ihrer Schreibkunst verarbeitet hat.
Nebenbei wird viel über das Filmemachen erzählt, und zwar nicht wie sonst üblich über die Dreharbeiten (die werden völlig ausgespart und so spielt etwa Julie Andrews kaum eine Rolle), sondern über die Vorproduktion, in der noch am Drehbuch und den Musicalsongs gearbeitet wird, die Kostüm- und Kulissenentwürfe entstehen, über die Besetzung entschieden und die Rechtefragen geklärt werden.

Fazit: Saving Mr. Banks erhält von mir 5 von 5 brillierenden Rosen. Ein zauberhafter Film, der wirklich sehenswert ist. So menschlich und echt, dass man ihn einfach nur lieben muss.

Fazit: Diesesmal von mir nur ein Fazit, da ich zu diesem Film nur sagen will: SCHAUT IHN! Ein wunderbar tiefsinniger Film der Mary Poppins noch besser macht als sie eh schon ist! Es lohnt sich wirklich ihn anzuschauen. Am Ende saß ich total verblüfft im Kino und musste erstmal alles sacken lassen! Von mir gibt es also auch 5 von 5 Schneeflocken!


Trailer zum Film
Mary Poppins der Film zum Buch

märchenhafte Grüße
Eure Rose und Eure Schnee

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