Sonntag, 8. Dezember 2013

Tag 8: Licht von Laya Talis+Verlosung

Und schon wieder ein Sonntag! Weihnachten rückt immer näher :) Freut ihr euch genau so sehr wie wir? Das heutige Türchen steht ganz im Zeichen Laya Talis.
Viel Spaß :)



Licht

Das flackernde Licht der Straßenlaterne warf unruhige Schatten auf den dunklen Asphalt. Elena setzte sich auf die Borsteinkante und scharte mit einem Fuß über die dreckige Straße. Es war mitten in der Nacht und bitterkalt. Nach Hause wollte sie trotzdem nicht, denn Josh, ihr Freund, der sie gerade erst wieder verprügelt hatte, war bestimmt noch wach. Elena berührte ihr geschwollenes Jochbein, legte ihren Kopf in den Nacken und sah hinauf zu der defekten Laterne und betrachtete den dort angebrachten Weihnachtsstern. In drei Tagen war Heilig Abend. Sie war jetzt siebenundzwanzig Jahre alt und konnte nicht mehr zählen, wie oft sie Josh schon verlassen, wie oft er Besserung gelobt hatte … wie oft sie zu ihm zurückgegangen war. Sie liebte ihn. Trotz allem. Sie liebte ihn einfach zu sehr, um von ihm loszukommen. Auch wenn sogar ihr Herz ihr sagte, dass sie gehen sollte. Aber sie konnte den Gedanken nicht ertragen, allein sein zu müssen.
Weine nicht!“
Elena holte erschrocken Luft und blickte in das hübsche Gesicht eines fremden Mannes, der sie freundlich anlächelte und sich neben ihr auf den schmutzigen Boden setzte. Ein verlockender Duft, eine Note nach wilden Waldbeeren und frischen Zitronen, umgab ihn. Unbewusst atmete Elena tiefer ein. Eigentlich sollte sie sich vor ihm ängstigen, ging es ihr durch den Kopf, doch sie spürte keine Furcht. Sie fühlte sich bei ihm sicher, geborgen, sehnte sich nach seiner Nähe, auch wenn dies bar jeder Vernunft war. „Äh, hi“, brachte sie schließlich hervor. Wo war er hergekommen? Was wollte er hier?
Hi!“ Er zeigte erneut sein einnehmendes Lächeln.
Ich bin Elena“, sagte sie.
Elena. Ein schöner Name. Er bedeutet `die Leuchtende`.“ Mit kühlen, sanften Fingern, strich er über ihre Wange, folgte der Spur ihrer Tränen. Als er ihr angeschlagenes Jochbein streifte, runzelte er seine Stirn. „Du bist verwundet.“
Das ist nichts“, wehrte sie hastig ab, wie sie es immer tat, wenn jemand sie auf eine Verletzung ansprach.
`Nichts` verursacht keine Schwellungen!“ Der gutaussehende Fremde trocknete ihre Tränen mit seinen Händen. „Und `Nichts`, bringt einen nicht zum Weinen.“
Elenas Verstand mahnte sie wegzulaufen. Doch die freundlichen, grünen Augen des Fremden, die Güte in seiner Stimme, das Mitgefühl in seinem Lächeln hielten sie bei ihm fest. Der Mann legte beide Arme um sie und Elena kuschelte sich hinein. Sie genoss es, an seine harte Brust gelehnt zu sein, gehalten zu werden. Es fühlte sich an … als wäre sie Zuhause.
Elena, in deiner Seele brennt ein Licht, wie es dein Name verkündet. Leuchte Elena! Lass deine Schatten zurück und leuchte.“ Elena krallte sich in seinen rauen Mantel, schmiegte ihre Wange an seiner Halsbeuge. Der Fremde umfasste zärtlich ihr Kinn und hob ihr Gesicht zu seinem. Mit unendlicher Langsamkeit beugte er sich zu ihr und hauchte ihr einen weichen Kuss auf die Lippen. „Leuchte, Elena!“ Es war ein Befehl, der keinen Widerspruch duldete.
Unausgesprochene Worte standen zwischen ihnen und doch wusste sie, dass er ihren Kummer kannte und verstand. Er war ihretwegen hier!
Er küsste ihre Stirn und schenkte ihr sein tröstendes Lächeln, in dem mehr Liebe lag, als Elena je würde begreifen können. „Lebe Elena, leuchte!“ Mit unendlicher Vorsicht und Zärtlichkeit, löste er ihre Arme von sich und stand auf.
In Elenas Herzen war unendlicher Schmerz, aber auch eine innige Wärme, der die tiefen Wunden in ihrer Seele zu heilen begannen. „Wer bist du?“, fragte sie. Ihr Weg lag plötzlich klar vor ihr. Sie war nicht allein, war es nie gewesen. Sie musste nicht, würde nicht, zu Josh zurückkehren.
Elena hörte das weiche, dunkle Lachen des Fremden. „Leuchte Elena. Du wirst geliebt und ja, du bist nicht allein“, sagte er sanft. Er ging, aber sie wusste, dass er sie nicht wirklich verließ, es niemals tun würde.
Elena erhob sich und dabei fiel etwas klirrend von ihrem Schoß auf die Straße. Sie bückte sich verwundert danach und hob die Kette auf, an der ein silbernes Kreuz baumelte. Sie drückte das Geschenk fest an ihre Brust, blickte hinauf in den wolkenverhangenen Himmel und dann dem Engel nach, bis dieser in der Dunkelheit verschwand. „Ich leuchte“, sagte sie laut.
Die Straßenlaterne strahlte hell und klar und warf ihr ruhiges Licht auf den dunklen Asphalt, verscheuchte die Schatten und tauchte Elenas lächelndes Gesicht in einen warmen Schein.


Laya, stell dir vor du könntest eine Teesorte sein, welche wärst du?  
Kirsche, denn er ist lecker und blutrot!

Laya Talis Homepage 


Auch heute könnt ihr etwas gewinnen! Laya stellt uns eins ihrer eBooks zur Verfügung! Beantwortet uns einfach folgende Frage und ihr könnt "
THE DYING MORNING" gewinnen:

Welches sind eure Lieblingsfabelwesen?

Einsendeschluss ist der nächste Adventssonntag! 

Viel Glück!

Der Text ist geistiges Eigentum des Autors und daher liegt das Copyright bei dem Autor.

Kommentare:

  1. Guuten Morgen,
    habe ich schon erwähnt, dass ich eure Fragen an die Autoren einfach genial finde? Nein? ICH FINDE EURE FRAGEN GENIAL! :D Mal ganz abgesehen von den Geschichten. Es ist einfach schön jeden Tag so einen kleinen Einblick zu bekommen.
    Und jetzt zur Beantwortung der Frage. Da eure Frage schon im Plural gestellt ist, kann ich sie auch ohne Probleme beantworten.
    Ich mag Engel sehr gern. Da kann ich auch immer wieder Bücher drüber bzw. Bücher mit Engeln lesen. :) Ziemlich cool finde ich auch Drachen und Phönixe. Letztere vor allem wegen Harry Potter. xD
    Ich wünsche euch einen schönen 2. Adventssonntag. :)

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  2. Also mein Lieblingsfabeltier ist das Einhorn. Ich kann garnicht genau sagen warum, aber fand die Tiere schon als kleines Kind faszinierend.

    Einen schönen Abend noch und wir lesen uns morgen wieder :-)
    Gruß Meli

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  3. Meine Lieblingsfabeltiere sind die Drachen, ich finde die Geschichten und Mythen rund um Drachen einfach super spannend. Diese gewaltigen Riesen, die Städte in Schutt und Asche gelegt haben und ewig gejagt wurden.
    Bin ein riesiger Game of Thrones Fan und spiele momentan auch sehr gerne Skyrim. Aktuell verfolgen mich die Drachen also ;)

    Viele liebe Grüße und noch einen schönen Restsonntag,
    Denise
    va_macao@web.de

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  4. Elfen. Sie haben diesen bestimmten Zauber. Sie sind nicht böse zumindestens die meisten unter ihnen und sie sind klein, niedlich haben Flügel und sind immer da. Früher dachte ich mal das wenn wir sterben das wir zu Elfen werden.

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  5. Huhu,
    mein Lieblingsfabeltier ist das Einhorn.
    Ich liebe den Film "Das letzte Einhorn" und ich hätte gerne ein eigenes :)

    lg Eva

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  6. Elfen und Einhörner finde ich auch gut.

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