Freitag, 13. Dezember 2013

Tag 13: Meine beste Freundin von Claudia Mech




Guten Morgen! Bei uns ist die 13 keine Unglückszahl sondern die Zahl der Freundschaft. 
Viel Spaß mit Claudia Mechs bester Freundin!


Meine beste Freundin


Sicher hat sie jeder von euch. Und eigentlich ist es nicht einmal etwas Besonderes, eine zu haben. Aber für meine Freundin gilt das schon. Sie nimmt mich so, wie ich bin, mit all meinen Macken, und davon habe ich eine ganze Menge, sag ich euch.
Ich kenne sie nicht einmal sehr lange. Keine Freundschaft, die schon im Kindergarten begann, sich durch die komplette Schulzeit zog, und dann in immerwährender Weise einen das ganze Leben begleitet. Nein, keineswegs!
Erst vor etwa drei Jahren zog sie mit ihrer Familie in unser Dorf. Und, wie es so oft ist, lernte ich sie durch unsere Kinder kennen, die zu der Zeit die gleiche Grundschulklasse besuchten und sich dort anfreundeten.
Wir kamen ins Gespräch, beschnupperten uns, natürlich nicht so, wie Hunde es tun. Sie war mir von Anfang an sympathisch. Ich mochte sofort ihre kecke Art, ihren feschen Haarschnitt und vor allem brachte sie mich zum Lachen. Und das macht sie auch heute noch, jedes Mal, wenn ich sie treffe.
Seit jeher pflegt sie – ja, man kann schon fast Sagen – ein Ritual! Der Sonntagmorgen gehört ihr allein! Schon früh am Morgen steht sie auf und fährt nach Holland. Die Niederlande ist von uns nur ein Katzensprung entfernt. Und hier gibt es die herrlichsten Flohmärkte. Für wenig Geld kann man dort jedweden Plunder, Klamotten, Möbelstücke oder Schmuck erwerben. Natürlich weiß man nie vorher, was einen erwartet. Und genau das macht es ja so spannend.
Wie ihr euch sicher denken könnt, habe ich mich dieser sonntagmorgendlichen Beschäftigung angeschlossen. Obwohl ich wirklich gerne ausschlafe, nehme ich es schon lange in Kauf, dass sonntags mein Wecker bereits um sieben Uhr klingelt.
Pünktlich um Achte rauscht sie an, und wenn sie dann durch mein Wohnzimmerfenster schaut, wie sie es immer tut, dann macht mein Herz schon einen Freudenhüpfer. Fröhlich schnappe ich meinen Trolley, schnalle mir die Bauchtasche, wo ich mein Portemonnaie aufbewahre, um, und los geht’s.
Die Fahrt dauert in der Regel nicht mal eine Stunde. Aber mit meiner Freundin an meiner Seite wird das immer zum Highlight der Woche. Gewöhnlich bekomme ich bereits nach fünf Minuten meinen ersten Lachkrampf. Es sind die kleinen Dinge aus ihrem Leben, die sie mir erzählt, aber auf so unwiderstehliche Art und Weise, wie nur sie es kann. Bei ihr wird das Alltägliche zum Besonderen.
Letztens habe ich ihr erzählt, dass es mich ärgert, dass meine Kinder irgendwie immer ihre Socken verschlampen. Mittlerweile habe ich einen ganzen Haufen Socken, frisch gewaschen, aber leider ohne Gegenstück in einer extra dafür eingerichteten Schublade in meinem Schlafzimmer. Es gibt ja Gerüchte, dass Waschmaschinen Socken fressen, aber daran glaube ich nicht so wirklich. Daraufhin erzählt sie mir, dass sie wohl das gleiche Problem hätte. Erst vor kurzem habe sie entnervt einen ganzen Schuhkarton einzelner Strümpfe entsorgt. Nur dumm, dass sie etwa zwei Wochen später einen weiteren Karton mit Einzelexemplaren fand.
Diese kleine Anekdote an sich ist ja schon komisch, aber ihr müsstet sie aus dem Mund meiner Freundin hören. Ich kann das hier leider nicht wiedergeben. Es ist einfach einmalig!
Selbst Dinge, die eigentlich nicht zum Lachen sind, haut sie auf ihre Art so heraus, dass ich nicht anders kann, als lauthals zu lachen.
Neulich war sie im Rewe einkaufen und packte den Korb mit den Waren in den Kofferraum ihres Caddies. Mit Schwung wollte sie die Klappe schließen und knallte sich die Kante der Kofferraumklappe dabei dermaßen auf den Hinterkopf, dass sie ganz kurz die Besinnung verlor und zu Boden sank. Benommen hatte sie ihre Augen geöffnet und blickte in die besorgten Gesichter einiger herbeigeeilter Passanten, die aber wohl nicht mitbekommen hatten, was eigentlich passiert war. „Sind sie überfallen worden? Sollen wir die Polizei rufen?“, drang es in ihre Ohren. Peinlich berührt hatte meine Freundin abgewunken, es sei alles in Ordnung, ließ die Leute ratlos stehen, setzte sich ins Auto und fuhr nach Haus. Ich glaube, ich hätte mir auch nicht gern die Blöße gegeben, dass ich mich selber k.o. gehauen hätte. Ihr?
Oft erzählt meine Freundin mir Geschichten aus ihrer Vergangenheit, die durchaus turbulent war. Es geht dabei um familiäre oder berufliche Dinge, aber oft auch um verflossene Liebschaften. Selbst Intimitäten verheimlichen wir uns nicht. Ihre Geschichten versüßen mir jeden Sonntagmorgen, immer wieder aufs Neue. Und wenn ich samstags abends ins Bett gehe, denke ich erwartungsvoll, was wird sie mir wohl morgen wieder so alles erzählen.
Danke, dass es dich gibt!



 
                                                            (Copyright: Claudia Mech)


Mein schönstes Weihnachten war..?
Das war ganz klar im Jahr 2002, als meine große Maus 3 Jahre alt war und die kleine 1 Jahr. Es war das zweite Weihnachtsfest in unserem jetztigem Haus, das erste fiel jedoch mitten in das Einzugschaos, bei dem ich noch dazu hochschwanger war.
Und die Große konnte es mit drei schon richtig miterleben. Nichts erfüllt einen an Weihnachten mit mehr Freude als strahlende Kinderaugen!
Nicht nur bei den Geschenken, auch beim Besuch der Krippe in der Kirche und natürlich beim Schmücken des Christbaums und das Singen im Advent.





Der Text ist geistiges Eigentum des Autors und daher liegt das Copyright bei dem Autor.

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